von Chris Frey

Brigid ist eine der Gottheiten, die mir schon immer sehr nah war. Um so begeisterter war ich, als ich davon hörte, dass dieses Buch vom Autorenpaar Jennie Appel und Dirk Grosser erscheinen wird. Ich weiß nicht, welchem der beiden Autoren die wunderbare Sprache des Buches zu verdanken ist (es gibt für mich keine wahrnehmbaren Brüche im Schreibstil), aber es ist besonders diese, die die Lektüre von „Brigid“ so wertvoll für mich gemacht hat.

Natürlich beinhaltet das Buch eine Menge Wissenswertes – Geschichten, Ritual- und Meditationsanleitungen – rund um die irische Göttin der Heilung, der Poesie und des Handwerks, aber es ist die Sprache, die mich in eine Geisteshaltung versetzt, die ich Mangels anderer Worte nur als „keltisch spirituell“ bezeichnen kann. Eine ähnliche sanfte, unaufdringlich fließende Sprache ist mir sonst nur aus dem Kursmaterial des OBOD (Oder of Bard, Ovates & Druids) oder den Werken von John O`Donohue geläufig. Sie scheint aus der gleichen Quelle zu mir zu sprechen wie die Musik von Clannad oder Enya – uralt und gleichzeitig modern.

Was mir ebenfalls sehr gut gefällt, ist, dass die Autoren eine Brücke zwischen heidnischer und christlicher Tradition schlagen und man wirklich nicht das Gefühl bekommt, dass eine von beiden stiefmütterlich abgehandelt wird. Als Nicht-Christ war dies eine schöne Gelegenheit, mich mal wieder an die Aspekte dieser Religion zu erinnern, die ich als positiv und lebensbejahend empfinde.

Natürlich sind viele der Übungen und Ausführungen nicht ausschließlich Brigids Metier, aber die Autoren schaffen es sehr elegant, die Göttin und Heilige als Aufhänger und vereinende Figur für ihre Form der keltischen Spiritualität zu nutzen. Daran kann ich nichts Falsches sehen, auch wenn es dem einen oder anderen Leser vielleicht zu New-Age-mäßig erscheinen mag.

Abgerundet wird der handliche Band von einer liebevollen Gestaltung mit keltischen Flechtbändern und vielen Abbildungen. Und auch wenn letztere teilweise etwas generisch wirken, bleibt doch ein angenehmer visueller Eindruck, der nie überladen wirkt.

Fazit: Das Buch versammelt alles, was das Herz zum Thema „Brigid“ begehrt, auf äußerst angenehme und lesenswerte Weise in einem ansprechend gestalteten Band, der sein Geld voll wert ist. Ich kann es vor allen Dingen auch Neulingen auf dem naturspirituellen Pfad empfehlen, denn die Übungen sind allesamt eher auf sanftem Einsteigerniveau, was aber nicht heißen soll, dass sie nicht hocheffektiv sein können. Allzu oft vergessen wir (besonders in der neuheidnischen Szene), dass Transformation und Heilung sehr einfach und leicht geschehen können. Dort kommt Brigid ins Spiel…

Eine Leseprobe findet ihr übrigens hier.