Foto von Rosel Eckstein / PIXELIO

von Morgana

In den Wintermonaten scheint es in der Welt der Pflanzen sehr wenig Aktivität zu geben. Die meisten Bäume sind kahl und wir begrüßen den Anblick der immergrünen Pinien und Kiefern. Doch wir wissen, dass Mutter Natur ihre Erdenkinder nicht völlig verlassen hat. Selbst im Februar sehen wir bereits die ersten Anzeichen für den kommenden Frühling: der ersten Schneeglöckchen, Krokusse und Narzissen.

Mit der Rückkehr des Pflanzenlebens kommt ein Gefühl von Reinheit und Unschuld über uns. Auch im Tierreich erscheint neues Leben mit der Geburt der ersten Lämmer.

Die Kelten feierten den Höhepunkt zwischen der Wintersonnenwende und der Tagundnachtgleiche im Frühling mit dem Fest von Imbolc oder Lichtmess. Die Göttin, die mit diesem Fest verbunden war, war Bridgit (Brigentis). Bridgit war die dreifache Mondgöttin und ihre Verehrung war einst weit verbreitet. Ihr kirchlicher Name ist St. Bride und selbst heute noch wird ihr zu Ehren in der katholischen Kirche Lichtmess am 1. Februar gefeiert.

Bridgit war die Tochter des Dagda, eines der Führer der Tuatha. Die Tuatha Dé Danann waren das Volk der Göttin Danu, die die Provinz Connacht den dort lebenden Fir Bolg abrangen. Ihre Hauptstadt war Tara.

In der Schlacht von Mag Tuireadh verlor Nuada, der König der Tuatha, seine rechte Hand, und er war gezwungen, auf seinen Thron zu verzichten. Sein Platz wurde eingenommen von Bres, dessen Vater ein Fomorier war, obwohl seine Mutter zum Volk der Tuatha gehörte. Um die Beziehungen zu bestärken heiratete Bres Bridgit.

Bridgit wurde manchmal „Die waltende Fürsorge“ genannt und der Namen ihres Mannes Bres bedeutete „Schönheit“. Die meisten keltischen Götter waren Fruchtbarkeitsgötter, obwohl Bridgit insbesondere die Göttin des Feuers und der Ernte war. Doch als dreifache Göttin wird sie als die Göttin des Wissens, der Medizin und des Kunsthandwerk beschrieben. Mit anderen Worten, sie war die „dreifache Muse“. In der mittelalterlichen irischen Dichtkunst wird Maria manchmal mit Bridgit als jüngfräulicher Muse identifiziert. Bridgit wird in diesem Zusammenhang auch „Maria der Gälen“genannt.

Bis zur puritanischen Revolution in England im 17. Jahrhundert rief man die Heilkräfte der Bridgit mit poetischen Liedern an heiligen Quellen an.

R. Graves schreibt darüber in „The White Goddess“:

 „Eine kornische Anrufung an die lokale Bridgit-Triade lautet:

Drei Damen kamen aus dem Osten

Eine mit Feuer und zwei mit Frost

Hinaus mit dir Feuer und hinein mit dir Frost.

Offenbar war dies eine Zauberspruch für Verbrennungen und um diesen vollständig zu wirken, musste man neun Brennnesselblätter im Frühjahr in Wasser tauchen und die Verse dreimal zu jedem Blatt sagen. Danach wurden die Blätter auf die Wunde gelegt.

In den Hebriden war Bridgit die Göttin der Geburt. Ihre Farbe war weiß, wie die ersten Blüten im Frühjahr. Mit Lichtmess feiern wir das Licht und den Segen des neuen Wachstums-Feuers und mit der Wiedergeburt des Lebens gedenken wir Bridgit als der keltischen Göttin des Feuers.